Abschlussbericht zur Evaluation der Boy-Lornsen-Grundschule, Brunsbüttel

Der Schulbesuch fand am 3. und 4. November 2004 statt. Das EVIT-Team bildeten die vom IQSH entsandte Realschulkonrektorin Frau Sabine Schwartz, der Schulleiter einer vergleichbaren Grundschule, Herr Hugo Rohweder und der Schulrat des Kreises Dithmarschen, Herr Bernd Gruhl.

Die Boy-Lornsen-Grundschule ist mit 16 Lehrkräften, 2 Lehrkräften in Ausbildung und 334 Kindern in 14 Klassen sowie dem Schulkindergarten die größte Brunsbütteler Grundschule. Ihre Lage am Rande des Schuleinzugsgebietes bestimmt den Anteil von 31,8% Fahrschülern/innen.
Zum Schulkomplex gehören sechs eigenständige Gebäude, die teilweise mit überdachten Gängen verbunden sind und ein großes, in vielfältige Nutzungsbereiche untergliedertes Grundstück. Ebenfalls auf dem Gelände befinden sich das städtische Haus der Jugend und die Familienbildungsstätte.

Das EVIT-Team wurde in der Schule von allen an Schule Beteiligten freundlich aufgenommen. Dabei traf es auf ein selbstbewusstes Kollegium, eine kompetente Elternschaft, fröhliche Kinder, einen Schulentwicklung unterstützenden Schulträger und die Erwartung, durch diese Evaluation Bestätigung für den eingeschlagenen Weg und Hinweise zur Weiterentwicklung zu erhalten.

Der Besuch war schulischerseits vorbildlich vorbereitet. Alle für die Evaluation relevanten Unterlagen lagen vollständig zur Einsicht vor. Zu jeder Unterrichtsstunde gab es eine Visitenkarte. Das EVIT-Team hat jede Lehrkraft und jede Klasse besucht. Ausführliche Gespräche haben sowohl mit dem Schulleiter als auch mit dem Kollegium, Vertretern der Eltern- und Schülerschaft sowie mit dem Schulträger stattgefunden.

Die Schule hat als leitende Aussage für sich gewählt: Nur wer sich wohl fühlt, kann lernen.

Dieser Wohlfühlgedanke findet sich als bestimmendes und wirksames Vorzeichen in allen die Boy-Lornsen-Schule betreffenden Bereichen.

Bezogen auf die drei Leitsätze des Schulprogramms sind das Wohlfühlen, die Wertegrundlagen und ein pädagogisches Konzept als in weiten Bereichen überzeugend umgesetzt erkannt bzw. nachvollziehbar gewesen.

  • Zum Wohlfühlen tragen u.a. die Pausengestaltung, die pädagogische Einrichtung der Räume und der offene und freundliche Umgang aller an Schule Beteiligten miteinander bei.
  • Im Zentrum steht die Stärkung jeder Schülerpersönlichkeit hin zur Übernahme von Verantwortung sich selbst und anderen gegenüber. Dabei haben die wöchentlichen Klassenlehrerstunden und die gemeinsam entwickelten Regeln und Rituale einen besonderen Stellenwert in der Boy-Lornsen-Schule für die Wertevermittlung.
  • Die Setzung und Gestaltung der aktiven Pausen sowie die Einrichtung eines  Wahlpflichtbereichs (UNI) sind besondere Ausprägungen des pädagogischen Konzeptes.Die Anbahnung der im Schulprogramm genannten Qualifikationen ist in unterschiedlicher Ausprägung im Unterricht  realisiert.

Eltern, Schüler/innen und Lehrkräfte bekundeten eine große Zufriedenheit mit ihrer Schule. In der Schule trafen wir fröhliche Kinder, die stolz ihre Arbeit oder Pausenaktivitäten erklärten und sich geübt in Gesprächssituationen zeigten.  In der Gesamtheit zeigten die Lehrkräfte eine große Kompetenz, durch bewusst gesetzte Unterrichtsmethodik jede Schülerpersönlichkeit fördernd in das Blickfeld ihrer Aufmerksamkeit zu rücken. Die Eltern dokumentierten durch ihr Engagement eine große Verbundenheit mit der Schule. Sie zeigten sich als genaue Beobachter von Schulentwicklung, wenn sie z.B. die aktive Pausengestaltung als ursächlich für erfolgreiche Konflikteindämmung bewerteten.
Ingesamt fiel auf, mit welcher Nachdrücklichkeit an der Boy-Lornsen-Schule der Erziehungs- und Bildungsauftrag der Grundschule in profilbildender Konkretisierung durch das Schulprogramm umgesetzt wird. Die Leitsätze zum 1. Wohlfühlen, zur 2. Wertegrundlage und zum 3. pädagogischen Konzept erweisen sich zusammengeführt bereits zum o.a. Evaluationszeitpunkt als stabiles Konzept mit bemerkenswerter Wirksamkeit.
So trägt z.B. das kindgemäße Schulgebäude und –gelände mit vielfältigen Pausenangeboten in Ruhe-, Bewegungs- und thematischen Bereichen zur Identifikation mit der Schule, zur Selbststärkung der Kinder, zum Sozialtraining und zu einer entspannten Unterrichtsatmo-sphäre für alle Beteiligten bei.
Hierin  sieht das EVIT-Team die hohe Leitungskompetenz des Schulleiters bestätigt, der mit Beharrlichkeit gemeinsam aufgestellte und begründete Ziele auf ein breites Fundament stellt und durch Ideenreichtum z.B. Gegebenheiten des Gebäudes geschickt nutzt für pädagogische Anliegen.

Das EVIT-Team hat anhand der Ergebnisse der Fragebogen und/oder  der am Besuchstag durchgeführten Gespräche mit den einzelnen Gruppen folgende Bereiche als entwicklungsfähig oder mit Diskussionsbedarf bemerkt:

  • Für die offenen Unterrichtsformen steht ein vielfältiges Material in den unterschied­lichen Klassen zur Verfügung. Dieses Material ist zu einem großen Teil persönlicher Besitz der Unterrichtenden. Hier ist es vorstellbar, dass zur Verbesserung der Nachhaltigkeit in der Schule Materialregale, Kästen und Ordner für die einzelnen Unterrichtsbereiche gemeinsam vorgehalten und aktuell überarbeitet werden, so dass die Unterrichtsvor­bereitung in den einzelnen Klassenstufen langfristig von allen für alle durchgeführt wird. Darüber hinaus ist, wie auch im Schulprogramm angestrebt, eine Verbindlichkeit für die Organisationsformen des offenen Unterrichts neben den Inhalten festzulegen. Dies geschieht sowohl durch die Schulkonferenz als auch durch Lehrer- und Fachkonferenzen
  • Die Klasseneinteilung spiegelt die Einzugsgebiete wieder und sammelt auf der einen Seite Schülerinnen und Schüler aus sozialen Brennpunkten in einem Klassenverband und auf der anderen Seite Schülerinnen und Schüler aus sehr behüteten und intakten Elternhäusern zusammen. Hier sollte über eine andere Aufteilung der Schülerschaft nachgedacht werden, die die zurzeit bestehenden Unterschiede der einzelnen Klassen kompensieren würde.
  • Bei Gesprächen über die hervorragend organisierte und ausgestattete aktive Pause wurde angeregt, darüber nachzudenken, ob für einzelne Schüler/innen auch ein gelenktes Pausenangebot stattfinden könnte, da es vorkommt, dass z.Bspl. sehr motorisch aktive Schüler und Schülerinnen sich in den Pausen körperlich passiv in die Computerzone zurückziehen statt ihren motorischen Bedürfnissen nachzukommen.
  • Im Zuge der Einrichtung einer offenen Ganztagsschule ab 01.08.2006 erscheint uns die Idee der Schule, im oberen Bereich des Hauses, in dem sich der Verwaltungs­bereich befindet, ein Großraumbüro als Stillarbeitszone für die schulischen Mitarbeiter/innen einzurichten, als unterstützenswert. Wir bitten den Schulträger, bei den baulichen Maßnahmen im Rahmen der Ganztagsausstattung einen zweiten Fluchtweg aus dem Obergeschoss des o. g. Gebäudes mit einzuplanen, um diesen Bereich nutzen zu können.


Schlussbemerkung

Die drei EVIT-Säulen  - Fragebogen, Schulbesuch, Dokumentenanalyse -  kennzeichnen hier in der Gesamtschau eine Schule, die nachhaltig vor Augen führt:

                                           Wer sich wohl fühlt, lernt mit Kopf, Herz und Hand.

Für das EVIT-Team
Bernd Gruhl
Schulrat

Kontakt

Boy-Lornsen-Grundschule
Schulstr. 2-4
25541 Brunsbüttel
Tel.: 04852– 2321
Tel.:Ganztagsbüro 04852 - 982570
Fax: 04852 - 982070
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www.boy-lornsen-grundschule.de

 

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